Streetball

Regelvariationen

Streetball als Spiel ohne Regeln?

Ein strenges Regelwerk und Streetball – zwei Dinge, die eigentlich so gar nicht zueinander passen. Bedenkt man, wie und warum damals Streetball entstanden ist und was seine Faszination bis heute ausmacht, weiß man auch warum. Dennoch gibt es natürlich wie bei jedem Sport auch beim Streetball bestimmte Regeln und Standards, die die Grundlage für eine gemeinsame Ausübung dieses Sports legen. Diese lassen sich in zwei Arten unterteilen:

Ohne Basketball kein Streetball

An erster Stelle stehen dabei viele der Grundregeln des Basketballs, die auch beim Streetball – als Variation seines Muttersports – Verwendung finden. Dazu zählen vor allem die Regeln beim Basketball zur Bewegung, zum Spiel mit dem Ball und dem Körperkontakt mit dem Gegner. Viele kennen diese bereits aus ihrer Schul- und Freizeit, einige aber auch nicht. Daher stellen wir die allerwichtigsten hier nochmal kurz vor:

Doppeldribbling: Nimmst du den Ball nach einem durchgeführten Dribbling auf, darfst du kein erneutes Dribbling vollziehen. Stattdessen musst du den Ball zu einem Mitspieler passen oder einen Wurf auf den Korb versuchen. Eine Ausnahme dazu bildet der Sternschritt, bei dem dein Standbein den Boden zwar nicht verlässt, du dein anderes Bein aber in beliebige Richtungen sternförmig um dein Standbein herum bewegen kannst.

Schrittfehler: Sobald du ein Dribbling vollzogen und den Ball aufgenommen hast, darfst du nur noch höchstens zwei Bodenkontakte mit deinen Füßen haben, bevor du wie beim Doppeldribbling einen Pass oder Korbversuch durchführen musst. Für welche Aktion du dich auch entscheidest, das Standbein darfst du dabei noch einmal anheben, jedoch muss der Ball deine Hände verlassen haben, bevor du dieses wieder auf den Boden aufsetzt. Auch hier ist selbstverständlich ein Sternschritt erlaubt.

Kicking: Beim Streetball ist es ebenso wie beim Basketball untersagt, den Ball mit dem Fuß, Knie oder Bein absichtlich zu treten. Je nach Court ist jedoch zu beobachten, dass diese Regel beim Streetball sehr weit ausgelegt wird, um eine Integration dieser Körperteile in bestimmte Tricks & Moves  zu ermöglichen. Für den Anfang solltest du dir einfach merken, dass du den Ball nicht absichtlich mit deinem Fuß, Knie oder Bein berühren solltest.

Aus: Wie bei nahezu jedem Sport gibt es auch beim Streetball ein abgegrenztes Spielfeld, aus dem man sich bzw. den Ball nicht herausbewegen darf. Wo die Auslinien genau verlaufen hängt von Größe und Aufbau deines Streetball-Courts ab, meist sind diese aber durch Linien bzw. Oberflächenwechsel auf dem Boden zu erkennen. Grundsätzlich gilt: Nach einem Ausball hat die Mannschaft Einwurf, welche den Ball nicht zuletzt berührt hat, bevor dieser ins Aus geflogen ist.

Fouls: Streetball gilt ebenso wie Basketball als körperloser Sport. Heißt: Körperkontakt sollte generell vermieden und sich stattdessen nur auf den Kontakt mit dem Ball beschränkt werden. Jeder, der Basketball schon mal gespielt oder geschaut hat, weiß aber: ganz ohne Körperkontakt kann und soll es selbstverständlich auch nicht ablaufen. Gerade als Anfänger solltest du dich darauf konzentrieren, deinen Gegenspieler möglichst nicht zu berühren und die Entscheidungen – ob Foul oder kein Foul – erfahrenen Spielern zu überlassen. Sobald du ein wenig Erfahrung gesammelt hast, empfehlen wir dir z.B. diese Übersicht der wichtigsten Fouls beim Basketball, um dich auch diesem Themenbereich zu nähern.

EIn Streetball-Korb mit zerstörtem Netz

Streetball-Basics

Genug mit Basketball, kommen wir zu den Eigenheiten des Streetballs und den beiden wichtigsten Regeln. Erstens, Regel ist nicht gleich Regel, und zweitens, die oberste Regel lautet Fairplay. Was soll das heißen? Streetball lebt davon, dass es auf viele verschiedene Arten und Weisen ausgeübt werden kann und ohne striktes Regelwerk auskommt. Teamgröße, Spiellänge und Spielfeld können also ebenso individuell vereinbart werden wie Regeln zum Ballbesitzwechsel, Zeitspiel oder Punkterfolg. Erster Schritt beim Betreten eines Streetball-Courts ist es also immer, die verschiedenen Kriterien und Fälle mit den anderen Mitspielern kurz durchzugehen und sich auf eine Verwendung zu einigen. In der Praxis sieht es jedoch oft so aus, dass sich mit den Jahren einige „Standards“ etabliert haben, welche auf vielen Plätzen Verwendung finden. Dazu hier ein kleiner Überblick:

  • drei Spieler pro Team
  • auf einen statt auf zwei Körbe
  • Bis 11,15 oder 21 Punkte
  • Entscheidung für ersten Ballbesitz durch Auswerfen
  • 2-Punkte- statt 3-Punkte-Linie und 1 bzw. 2 Punkte pro Korberfolg
  • zwei Ballberührungen pro Team vor Korberfolg
  • Hinter 2-Punkte-Linie nach Ballbesitzwechsel oder defensivem Rebound
  • „Make it take it“ > „Do it lose it“*
  • Gefoulter Spieler sagt Fouls an (offense calls)
  • Fairplay!

Mit diesen Basics im Kopf bist du auch schon bereit für dein erstes Match auf dem Streetball-Court. Fairness sollte stets an erster Stelle stehen, alles andere regelt sich beim Spielen fast immer von selbst. Die Sreetball-Szene ist seit langem für ihre Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Spielern bekannt, weshalb auch für dich das Motto lauten sollte: Probieren geht über Studieren – einfach raus gehen, mitmachen oder zuschauen und bei Unklarheiten deine Mitspieler fragen.

Achtung: Die in Parks und öffentlichen Plätzen gespielten Regeln unterscheiden sich oft in einigen Teilen von den offiziellen Streetball-Regeln des Deutschen Basketballbundes. Eine Übersicht zu den offiziellen findest du hier.

* Make it take it und do it lose it: Diese Regelvariationen bestimmten den weiteren Ablauf nach einem Korberfolg. Bei make it take it erhält die erfolgreiche Mannschaft den Ball und befindet sich damit direkt wieder im Angriff, bei do it lose it ist es genau anders herum. Unsere Erfahrung zeigt, dass make it take it um einiges weiter verbreitet ist, aber auch hier solltest du vorher kurz nachfragen, um Verwirrungen während des Spiels vorzubeugen.

Von Malte Müller

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