Skateboarding

Faszination Skateboarding

Wie Skateboarding entstand

Die allerersten Skateboards rollten zwar auf der Straße, doch die Skater waren mit Ihren Gedanken auf dem Wasser. Die Skater waren Surfer. Weil es keine Wellen gab, schafften sie eine Möglichkeit ohne Wasser zu surfen. Es waren die 1950er Jahre an der amerikanischen Westküste in Kalifornien.

Um auf das Surfen nicht verzichten zu müssen, montierten sie unter verkleinerte Surfbretter die Rollen und Achsen von Rollschuhen. Dadurch konnten sie unabhängig von den Launen des Ozeans ihrem Lieblingssport nachgehen. Allerdings waren die ersten Skateboards komplett flach, sehr schmal und kürzer. Nicht so, wie die heutigen Boards.

Anfang der 1960er Jahre begann man langsam Skaten als eigenständige Sportart zu begreifen und weiterzuentwickeln. Die Bretter bekamen Nose und Tail, also einen Vorder- und Hinterteil, wodurch ganz neue Tricks möglich wurden. 1964 startete dann die industrielle Skateboardproduktion. Woraufhin ein Jahr später die erste internationale Skateboardmeisterschaft stattfand – in Kalifornien.

Eine gute, weiterführende Übersicht über die Geschichte des Skateboardings findest du hier.

Skateboarding in Deutschland

In Deutschland wird seit 1975 umhergerollt. Als Urvater der deutschen Skateboardszene gilt Titus Dittmann.

Der geborene Eberhard Dittmann sah seinem Umfeld zufolge dem römischen Kaiser Titus so ähnlich, dass er diesen Spitznamen bekam. Während seines Lehramt-Studiums in Münster ließ er sich diesen Namen beim Standesamt als offiziellen Vornamen eintragen.

Von der amerikanischen Euphorie-Welle erfasst, startete er schon während des Referendariates eine Skateboard AG mit seinen Schülern. Später gründete er dann einen heute noch existierenden Skateboard-Handel.

Da es in Deutschland kaum Equipment gab, flog er regelmäßig zum Epizentrum der damaligen Skateboardszene nach Kalifornien. Dort kaufte er Boards und Equipment und schaffte seine Einkäufe nach Deutschland.

Ob er also wirklich die ersten Skateboards – wie in dem fiktiven Film This Ain´t California angedeutet – aus den USA in einer Reisetasche nach Deutschland schmuggelte oder ob in dem Film die Chronologie der Ereignisse ein wenig modifiziert wurde – überlassen wir es doch einfach unserer Fantasie.

Hier findest du eine Rezension zu dem Film This Ain´t California  und einen Trailer zu dem Film Brett vor’m Kopp, von dessen Premiere das Bild (rechts) stammt.

Mitbegründer des Skateboardings in Deutschland: Titus Dittmann

Foto WIKImaniac: Titus Dittmann bei der Premiere des Films „Brett vor’m Kopp“, der sein Lebenswerk behandelt.

Jugendkultur Skateboarding

Stellt man sich die Frage, was so besonders ist am Skaten, gibt es einige interessante Antworten. Sie deuten auf etwas hin, das weniger mit Sport und mehr mit Kultur und einer Lebensphilosophie zu tun hat.

Hier muss man sich wieder den Ursprung des Skateboardings ins Bewusstsein rufen. Es wurde von den freiheitslieben- und lebenden Surferboys in Kalifornien entwickelt, die auf ihren Sport nicht verzichten wollten nur weil die Natur mal einen schlechten Tag hatte.

Selbstbestimmung heißt das Stichwort: Ich entscheide was gemacht wird. Möchte ich surfen, es gibt aber keine Wellen, dann baue ich mir ein Surfbrett für die Straße. Möchte ich einen bestimmten Trick lernen, muss ich jemanden finden, von dem ich ihn abgucken kann. Es gibt keinen Trainer, keine übergeordnete Instanz, die vorgibt, was zu tun ist.

So wird Persönlichkeit entwickelt und Freiheit gelebt. Die Selbstgestaltung ist beim Skaten gefragt. Das Wort Kultur kommt vom lateinischen cultura und bezeichnet Dinge, die wir selbst gestaltend hervorbringen. Das ist der Grund warum Skateboarding nicht nur Sport, sondern auch Jugendkultur ist.

Von Julian von der Meden

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